Wednesday, May 30, 2012

Der Büchermensch

In meinem Kurs habe ich eine neue Bekanntschaft gemacht. L kommt aus Mexiko, obwohl er in dem ganzen Suedamerika gearbeitet hat. Nach der ersten Woche habe ich ueber ihm in dem Internet erforscht. Ich fand, dass er ein beruehmter Buchkritiker und Journalist ist. Regelmaessig haben wir uns ueber verschiedene Bücher aus der Spanischen Literatur unterhalten. Er hat mir eine kleine Geschichte erzaehlt. Als er an der Universitaet war, wohnte ein oesterricher Student bei ihm, der spaeter ein beruehmter Politiker in Europa wurde. Der Oesterreicher nannte den Mexikaner ,,Büchermensch", weil er zu viele Bücher las. Der Büchermensch spricht Spanisch, Englisch, Deutsch, Franzoesisch, Italienisch, Portugiesisch, und Latein.

Nachdem meine Magisterpruefung vorbei gewesen war, hatte ich in ein Heft geschrieben, welche Bücher ich lesen moechte. Meine spanische Liste war am kuerzesten, weil ich zu wenig über spanische Literatur wusste. Ich hatte nur ein paar Romane von Garcia Marquez und Vargas Llosa gelesen, und auch ein paar Gedichte von Pablo Neruda. Aber nachdem ich ihn kennengelernt habe, ist die Liste spanischer Bücher am laengsten geworden.

Wir sprechen auch über Europaeische Musik. Früher hatte ich einpaar Musikstücke von dem polnischen Komponisten Zbigniew Preisner gehoert, und sie haben mir sehr gut gefallen. Aber ich konnte nicht genug Musik von ihm finden. L gab mir alle Alben von Preisner. Er empfiehl mir auch die wichtigen Autoren aus der Tschechischen Republik, weil ich den tschechische Autor Milan Kundera besonders mag.

Ich habe mich bei ihm für seine Empfehlungen bedankt. In einer Mail habe ich ihm erzaehlt, mit was für Problemen wir hier konfrontiert sind, naemlich uns fehlen die noetigen Bücher. Es war eine heisse Nacht, und ich schrieb über meine Kindheit. Ich erzaehlte, wie ich in einer kleinen Stadt aufgewachsen bin. Die Stadt hat nur einen Buchladen und die Menschen waren zu engstirnig. Ich schrieb wie ich nach Kalkutta kam. Am naechsten Tag kam L auf much zu, und bat mich meine eigene Geschichte zu schreiben. Er sagte, dass ich eine interessante Geschichte habe, und ich muss sie schreiben. Als ich nach Hause zurückkam, sah ich eine Mail, die er mir schichte. Er schrieb, dass er eine verborgene Schriftstellerin in meiner Erzaehlung entdeckte. Sie versucht, zum Vorschein zu kommen und ihr eigenes Leben zu leben. Er schrieb, dass das Talent nicht nur ein Privileg, sondern auch eine Verpflichtung gegenüber anderen Menschen ist. Man hat die Aufgabe die anderen Menschen an seinem Talent teilhaben zu lassen. Diejenigen die talentiert sind, müssen ihr Talent weiter entwicklen.

Garcia Marquez schrieb in einem Buch, dass die meisten Geschichten von Liebe und Willen handeln. Die Geschichten die uns sehr gut gefallen, sind eigentlich unsere eigene Geschichte. Auf der anderen Seite sind die Geschichten, die wir am besten wissen, eigentlich unsere eigene Geschichte. Diese persoenlichen Geschichten sind die moegliche Quelle für andere Geschichten, Romane und Gedichte. Meine Lieblingsautorin aus England Virginia Woolf hat auch ihre eigene Lebensgeschichte als Stoff ihrer spaeteren Schriften benutzt. Die geniale brasilienische Autorin Clarice Lispector hat auf gleicher Weise von ihren Lebensgeschichten als Quelle Gebrauch gemacht. Der portugiesisch  Autor Fernando Pessoa hatte unter 150 verschiedenen Namen in verschieden Schriebstil über sein Leben geschrieben.

Als ich an der Universitaet war, inspierierte Feminismus mir sehr. In einer anderen Mail schrieb ich, wie ich in meinem eigenen Leben mit Feminismus konfrontiert war. Ich erzaehlte, wie schwer er mir fiel, weil meine Ideen nicht zu meiner Umgebung zusammenpasst. In seiner Antwort empfiehl L mir in eine grosse Stadt zu gehen. Wenn ich vielleicht nach New York umziehen, werde ich mein eigenes Leben leben koennen. So war es mit der sehr begabten Autorinnen wie Sylvia Plath oder Carson McCullers oder Anne Sexton. Jede war talentierte aber auch depremierte Frau, die aus kleiner Staedten kam. In New York haben sie den Weg in ihre eigene Geschichten gefunden und sie geschrieben.



Wir dürfen nicht vergessen, dass Reisen nicht nur eine Szene wechsel bedeutet.

Foto: Frida Kahlos Tagebuch
Quelle: Flavorpill

3 comments:

  1. Ich stimme L zu! Ich denke, dass du begab bist. Deine eigene Erfahrung musst du mit der welt teilen. Ich war nur fuer eine kurze Zeit in New York, 2 Tage, aber diese kurze Zeit hat mich fuer lange inspiriert.
    You German is so good, I understood everything you have written which in turn made me realize how much I have actually learnt, so thanks again!

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  2. Thank you so much, Deepanjana di! You always have such kind words! German is such hard-work, and is absolutely difficult to proof-read. Every time I get back to something I have written, I keep finding mistakes with it, until I give up in exasperation. There is still such a long way to go.
    About "begab", ich weiss nicht. I guess I need to walk down the way for a long time to discover something like that. :)

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  3. Oh no, there was a typo,I meant begabt, missed out the 't' also the 'r' in 'your German'. Horrible, and I clearly don't proof-read what I write :)

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